In den Wochen nach der „Machtergreifung“ entscheiden sich zahlreiche Greifswalder Wissenschaftler, der NSDAP beizutreten

Nach der „Machtergreifung“ am 30. Januar 1933 und dem Ausgang der Reichstagswahl vom 5. März 1933 entschlossen sich viele Angehörige des bürgerlichen und nationalkonservativen Milieus, aber auch Beamte und Angestellte, die der NSDAP bislang abwartend und distanziert begegnet waren, zu einem Beitritt. Die Zahl der Mitglieder der NSDAP stieg zwischen Januar und April 1933 von 850.000 auf 2,5 Mio. an. Dieser Mitgliederzulauf führte bei den „alten Kämpfern“ zu der Befürchtung, nunmehr von einem neuen opportunistischen Parteikader, dessen Angehörige sie verächtlich als „Märzgefallene“ bezeichneten, verdrängt zu werden.

Der neue Mitgliederansturm überforderte Verwaltung und Infrastruktur der NSDAP. Daher entschloss sich die Parteiführung zu einem Aufnahmestopp zum 01. Mai 1933. Nur in Ausnahmefällen (wie zum Beispiel bei Mitgliedern der SA und SS) konnte einer Neuanmeldung zugestimmt werden. In der Folgezeit kam es immer wieder zu Lockerungen, bis der Aufnahmestopp schließlich am 10. Mai 1939 vollständig  aufgehoben wurde.