Bei Kriegsbeginn wird die Universität Greifswald geschlossen

Der Kriegsbeginn hatte weitreichende Folgen für alle Universitäten im Deutschen Reich. Unzählige Einberufungen führten zu einem merklichen Rückgang der Studentenzahlen an den meisten deutschen Universitäten. In Greifswald hielt sich hingegen die Zahl der Studierenden mit 605 Immatrikultierten im Trimester 1940 auf dem niedrigen Niveau der späten 30er Jahre (Zahl der Studierenden 1933: 1801, 1935: 980, 1939: 565). Allerdings zeigt sich eine Umverteilung in den verschiedenen Fachbereichen. Während die Medizinische Fakulät sogar einen Zuwachs verzeichnen konnte – rund 83% der Studierenden waren 1940 Medizinstudenten -, brachen in allen anderen Bereichen die Studentenzahlen ein. Auch in Forschung und Lehre kam es zu zahlreichen Einschränkungen durch Gestellungsbefehle in der Dozentenschaft, erheblich gekürzte finanzielle Mittel und die einseitige Fokussierung der Forschung auf “kriegswichtige” Bereiche. Dennoch konnte der Lehrbetrieb in Greifswald aufrecht erhalten werden, während die meisten deutschen Universitäten im Verlauf des Krieges entweder geschlossen wurden oder Zerstörungen ausgesetzt waren.