NS-Dozentenschaften werden als Pflichtorganisationen für den akademischen Nachwuchs gebildet

Die Schaffung von NS-Dozentenschaften ordnet sich in den Prozess der nationalsozialistischen Gleichschaltung ein. Nachdem 1934 das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung gegründet wurde und die Länder ihre Hoheitsrechte verloren, wurde die NS-Dozentenschaft unter Leitung von Reichsminister Bernhard Rust zentralisiert. In den folgenden Jahren verschmolz sie de facto mit der parteipolitischen Hochschulorganisation NSDDB (Nationalsozialistischer Deutscher Dozentenbund) in Form von Personalunionen und Ämterhäufungen. Beide Instanzen fungierten als nationalsozialistische “Kaderschmieden” an den Hochschulen, da sie erheblichen Einfluss auf personalpolitische Entscheidungen nehmen konnten.